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Produktkonfigurator

Was ist ein Produktkonfigurator?

Was ist ein Produktkonfigurator?

Ein Produktkonfigurator bzw. Variantenkonfigurator ist eine Software, die für die Erstellung neuer Artikelvarianten oder als Angebotskonfigurator genutzt wird. Ein Produktkonfigurator kann eine separate Expertensoftware sein, aber auch eine in das ERP-System integrierte Funktion. Ein klassisches Beispiel aus diesem Bereich sind sicherlich die Konfiguratoren der Automobilhersteller, mit denen eine Online-Konfiguration eines individuellen PKWs inklusive der realitätsgetreuen Produktvisualisierung über das Internet möglich ist.

Welche Aufgaben hat ein Produktkonfigurator?

Ein Produktkonfigurator hat verschiedene Aufgaben. So soll der Konfigurator den Anwender durch ein Menü leiten, welches ihm die möglichen Auswahlparameter und Komponenten für das ausgewählte Basisprodukt anbietet. Um beim oben genannten Beispiel des PKWs zu bleiben, wäre zuerst ein Fahrzeugmodell zu wählen. Im Zusammenhang des Konfigurators spricht man hier auch von einer Variantenvorlage. Dieses Fahrzeugmodell verfügt über eine Reihe von Eigenschaften und Parametern wie z. B. Farbe der Lackierung, Motorisierung, Anzahl der Türen, Schiebedach etc., welche der Anwender individuell konfigurieren kann.

Eine weitere Aufgabe des Produktkonfigurators ist die Verwaltung von Bedingungen oder Ausschlusskriterien innerhalb dieser Eigenschaften und Parameter. Hierbei handelt es sich in vielen Unternehmen um Expertenwissen, welches nur von wenigen Mitarbeitern geteilt wird. Durch die Übertragung dieses Experten- bzw. Produktwissens in das Regelwerk des Konfigurators wird dieses Wissen konserviert und steht gleichzeitig allen Mitarbeitern zur Verfügung. Über ein solches Regelwerk könnte in unserem Beispiel des PKWs festgelegt werden, dass die Auswahl einer Reifengröße erst ab einer bestimmten kW/PS Zahl des Motors zulässig ist. So können technische Machbarkeiten über Regeln und Restriktionen überprüft werden. Der Anwender kann somit nur das Produkt konfigurieren und in die Angebotserstellung übernehmen, welches sich auch tatsächlich fertigen lässt

Aufgaben eines Produktkonfigurators

Eine weitere sehr wichtige Aufgabe des Produktkonfigurators ist die Erstellung von Stammdaten wie Artikel, Stücklisten und Arbeitspläne. Wenn die Konfiguration eines Produkts abgeschlossen ist, sollte die Software im Rahmen des Variantenmanagements prüfen, ob der Artikel in dieser Variante schon einmal gefertigt wurde. Sollte dies der Fall sein, können die bestehende Artikelnummer sowie die bereits existierenden Daten aus den Stücklisten und Arbeitsplänen genutzt werden. In dem Fall, in dem diese Artikelvariante noch nicht gefertigt wurde, sorgt die Software dafür, dass die benötigten Stammdaten, wie die Artikelvariante, die Stückliste und ggf. ein individueller Arbeitsplan, erstellt werden. Hierdurch werden die Anwender sehr stark im Bereich der Datenpflege entlastet und es werden gleichzeitig Fehler, die durch manuelle Tätigkeiten entstehen, reduziert. Somit ist sichergestellt, dass der Kunde das Produkt erhält, was er konfiguriert bzw. bestellt hat.

Neben den oben erwähnten Stammdaten kann der Variantenkonfigurator noch weitere Unterstützung bieten. So besteht die Möglichkeit, die zur Beschreibung der konfigurierten Variante benötigten Texte automatisiert erstellen zu lassen. Diese Texte können beispielsweise direkt in ein Angebot übernommen werden, sodass der Kunde genau den Text erhält, der auch den parametrisierten Eigenschaften entspricht.

Da am Ende der Konfiguration alle Details feststehen, kann ein Produktkonfigurator natürlich auch einen Verkaufspreis für den parametrisierten Artikel bilden. Hier entfällt eine manuelle Nachbearbeitung durch den Anwender und Angebote sind eins zu eins reproduzierbar, auch wenn verschiedene Mitarbeiter mit dem System arbeiten.

Einsatzmöglichkeiten eines Produktkonfigurator

Ein Produktkonfigurator kann in einer Vielzahl von Branchen eingesetzt werden. Überall dort, wo Artikel kundenindividuell gefertigt werden und sich das Produkt über seine möglichen Parameter beschreiben lässt, ist der Einsatz denkbar.

Worauf sollte man bei der Einführung eines Produktkonfigurators achten?

Bei der Einführung des Konfigurators in einem Unternehmen ist darauf zu achten, dass neben dem reinen Anschaffungspreis für die Lizenz auch Dienstleistungen für die Spezifikation, Einrichtung und Parametrisierung des Konfigurators benötigt werden. Diese Dienstleistungen haben oftmals einen höheren Umfang als die Lizenzkosten.

Der Variantenkonfigurator sollte so flexibel gestaltet sein, dass der Anwender nach entsprechender Einweisung eigenständig Änderungen an den Variantenvorlagen vornehmen kann. Von einer gekapselten Programmierung, die nur durch den entsprechenden Softwareanbieter geändert werden kann, ist generell abzuraten, da hier die nötige Flexibilität und Unabhängigkeit nicht gewährleistet ist. Eine in die ERP-Software integrierte Lösung ist auf Grund der in diesem Fall benötigten Artikelstammdaten einer separaten Software vorzuziehen.

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