
Directions EMEA 2026 in Paris: unser Rückblick
02.11.2026
Vom 27. bis 29. Oktober waren wir auf der Directions EMEA 2026 in Paris vor Ort. Mit 3.373 registrierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 57 Ländern verzeichnete die Veranstaltung neun Prozent mehr Anmeldungen als 2025. Das Programm bot 289 Sessions mit 304 Referentinnen und Referenten – insgesamt 220 Stunden Fachprogramm.
Die Weiterentwicklung von Business Central, der Einsatz von KI-Agenten und die Verbindung von ERP-Daten mit Business Intelligence prägten das Fachprogramm. In den Microsoft-Keynotes ging es unter anderem darum, wie sich die Arbeit mit Geschäftsanwendungen verändert und welche Rolle Partner dabei übernehmen.
Für uns als Microsoft Solutions Partner gehen Microsoft- und Branchenexpertise Hand in Hand: Unsere unitop-Lösungen basieren auf Microsoft Dynamics 365 Business Central. Neue Microsoft-Technologien betrachten wir deshalb mit Blick darauf, wie sie die branchenspezifischen Abläufe unserer Kunden unterstützen und unsere Lösungen sinnvoll ergänzen können.
Business Central: Weiterentwicklung in Fertigung und Finanzwesen
Das Fachprogramm griff zahlreiche Aufgaben aus dem ERP-Alltag auf. Die Sessions zu Fertigungsprozessen behandelten beispielsweise Qualitätsprüfungen und deren Einbindung in bestehende Abläufe. Ein weiterer Themenbereich war die Fremdfertigung: Wie lassen sich ausgelagerte Produktionsschritte über Einkauf, Materialbestand und Kostenrechnung hinweg abbilden? Hier haben wir selbst zur Weiterentwicklung von Business Central beigetragen: Microsoft hat die Funktionen unserer Lösung unitop Erweiterte Fremdarbeit in den Standard übernommen.
Für das Finanzwesen standen unter anderem die Verarbeitung elektronischer Belege, EDI und unternehmensübergreifende Prozesse auf dem Programm. Damit verbunden war die Frage, wie Informationen zwischen Geschäftspartnern und verbundenen Unternehmen durchgängig verarbeitet werden können.
Mit unitop lassen sich beispielsweise Produktdatenmanagement, Fertigungssteuerung und Lagerprozesse miteinander verbinden. Die Finanzbuchhaltung ist in die operativen Abläufe eingebunden; Dokumente und Belege werden im jeweiligen Geschäftsvorgang verwaltet. Somit stehen Informationen auch für die angrenzenden Arbeitsschritte zur Verfügung.
Copilot und KI-Agenten für ERP-Prozesse im Fokus der Directions EMEA 2026
Ein wesentlicher Schwerpunkt war die KI-Unterstützung in Auftrags- und Finanzprozessen. Beim Sales Order Agent ging es etwa um die Verarbeitung von Kundenanfragen per E-Mail, die Zuordnung passender Artikel und die Berücksichtigung von Verfügbarkeiten. Weitere Beiträge behandelten die Vorbereitung von Ausgabenabrechnungen und die Verarbeitung von Lieferantenrechnungen.
Bei der Vorstellung des grundlegend überarbeiteten Business Central Copiloten ging es um die Verbindung von ERP-Wissen mit Informationen aus dem Microsoft-365-Umfeld, etwa aus E-Mails. Der integrierte Assistent macht diese Informationen direkt in Business Central zugänglich. Anwenderinnen und Anwender greifen dadurch auf Wissen aus beiden Bereichen zu, ohne das ERP-System verlassen zu müssen.
Vorgestellt wurden außerdem flexible Business Skills, mit denen sich Copilot in Business Central gezielter auf bestimmte Aufgaben ausrichten lässt. Auch für Business-Central-Agenten wurden zusätzliche Anpassungsmöglichkeiten behandelt. Für umfangreiche Lösungen wie unitop sehen wir darin einen wichtigen Ansatz für verlässliche Automatisierung. Unsere Aufgabe ist dabei, für den jeweiligen Kundenprozess zu bestimmen, welche Unterstützung Copilot leisten kann und welche Aufgaben sich für einen Agenten eignen.
Dabei gehört zur technischen Umsetzung auch eine genaue Aufgabenverteilung: Welche Informationen darf ein Agent verwenden? Welche Schritte kann er vorbereiten oder ausführen, und wann ist eine fachliche Freigabe erforderlich? Die Sessions zu Tests und zur Bewertung von KI-Ergebnissen ergänzten diese Perspektive.
Solche Anforderungen berücksichtigen wir auch bei unseren unitop KI-Agenten. Je nach Einsatzszenario können sie Informationen aus mehreren Quellen zusammenführen und zusammenhängende Arbeitsschritte unterstützen. Für einzelne Aufgaben bietet unser Add-on KI Basis zusätzliche Funktionen, beispielsweise zur Zusammenfassung von Geschäftsvorfällen oder zur Auswertung von Nachrichten und Anhängen.
Wissen und Prozesse für den KI-Einsatz organisieren
Ein wichtiger Punkt aus einer Microsoft-Keynote war für uns der organisatorische Aufwand des KI-Einsatzes. Entscheidend ist, wie Wissen bereitgestellt wird und wie Prozesse gestaltet sind. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter brauchen die relevanten Informationen für ihre Aufgaben möglichst an einer Stelle, damit häufige Wechsel zwischen Anwendungen ihren Arbeitsfluss möglichst wenig unterbrechen.
Diese Einordnung bestätigt unseren Ansatz, unsere Beraterinnen und Berater bei der Erarbeitung von Spezifikationen KI-gestützt zu unterstützen und relevante Wissensquellen dafür zu bündeln. Ziel ist, die benötigten Informationen an einer Stelle zugänglich zu machen.
Eine Session zur Verteilung von Skills für die KI-gestützte Softwareentwicklung griff zudem Fragen auf, mit denen wir uns bereits in unserer eigenen Entwicklungsorganisation befassen.
KI-gestützte Entwicklung: klare Vorgaben und wirksame Tests
Die Beiträge zur KI-gestützten Entwicklung zeigten, wie Wissensquellen, Codeerstellung und Tests zunehmend ineinandergreifen. Mit BCQuality stellt Microsoft strukturierte Anweisungen und bewährte Vorgehensweisen für AL, die Programmiersprache von Business Central, bereit. Coding-Agenten können sich daran bei ihrer Arbeit orientieren. Diesen wissensbasierten Ansatz verfolgen wir bereits in unserer eigenen Entwicklung.
Stefan Maroń stellte einen Ansatz im frühen Alpha-Stadium vor, der die Kompilierung und insbesondere die Ausführung von AL-Tests beschleunigt. Damit lassen sich von Coding-Agenten erzeugte Änderungen schneller überprüfen. Noch während der Konferenz haben wir mehr als 20 Hinweise im zugehörigen Entwicklungsprojekt erfasst, die bereits in dessen Weiterentwicklung eingeflossen sind.
Torben Leth stellte Mutation Testing für AL vor. Dabei werden in einer Testversion gezielt kleine Fehler in den Code eingebaut. Anschließend wird geprüft, ob die vorhandenen Tests diese Fehler erkennen. Das hilft, Lücken in den Tests aufzudecken. In Verbindung mit kürzeren Testlaufzeiten sehen wir darin Potenzial, die Qualität auch bei stärker automatisierter Entwicklung systematisch zu prüfen.
Die Vorträge von Vjekoslav Babić zur Entwicklung mit KI-Agenten ergänzten diese technische Perspektive. Für uns bleibt entscheidend, bewährte Prinzipien der Softwareentwicklung auf diese Arbeitsweise zu übertragen. Dazu gehören klare Anforderungen, nachvollziehbare Änderungen und wirksame Prüfungen.
Business Intelligence: ERP-Daten zusammenführen und auswerten
Ein eigener Themenbereich war die Verbindung von Business Central mit Microsoft Fabric und Power BI. Die Beiträge reichten von der Datenanbindung bis zur gemeinsamen Auswertung mehrerer Unternehmen und zusätzlicher Datenquellen. Auch die KI-gestützte Erstellung von Datenmodellen und Berichten wurde behandelt.
Für belastbare Auswertungen müssen die Daten fachlich zusammenpassen: Kennzahlen brauchen einheitliche Definitionen, Beziehungen zwischen Daten müssen nachvollziehbar sein. Diese Zusammenhänge sind ebenso relevant, wenn KI-Agenten auf Unternehmensdaten zugreifen.
Mit unitop BI setzen wir auf Microsoft Fabric als technologische Grundlage und ergänzen diese um branchenspezifische Datenmodelle. Die Darstellung erfolgt über Power BI. So lassen sich beispielsweise Finanz-, Vertriebs- oder Produktionsdaten entsprechend den jeweiligen fachlichen Anforderungen auswerten.
Cloud und Sicherheit: den verlässlichen Einsatz vorbereiten
Zur Weiterentwicklung von Business Central gehören auch Migration, Administration und ein stabiler Cloud-Betrieb. Das Konferenzprogramm behandelte unter anderem Datenhoheit, Supportzugriffe, Berechtigungen und die Nachvollziehbarkeit von Änderungen.
Mit dem Einsatz von KI-Agenten kommen weitere Anforderungen hinzu. Ihre Zugriffe müssen zu den vorgesehenen Aufgaben passen, Aktionen überprüfbar bleiben. Ebenso gehören die Qualität der Ergebnisse und der Ressourcenverbrauch zur Bewertung eines Einsatzszenarios.
Für unsere Kunden verbinden sich damit technische und organisatorische Entscheidungen. Im Rahmen unserer IT-Sicherheitsberatung unterstützen wir beispielsweise bei Rollen- und Berechtigungskonzepten sowie bei Schutzmaßnahmen für die Einführung von unitop.
Was wir aus der Directions EMEA 2026 für die Weiterentwicklung von unitop mitnehmen
Wir investieren seit Jahren in Automatisierung, moderne Entwicklungswerkzeuge und den Aufbau unserer Fachteams. Die Directions EMEA 2026 hat uns einmal mehr darin bestärkt, diesen Weg konsequent weiterzugehen und neue technische Möglichkeiten mit unserer Erfahrung aus komplexen Kundenprozessen zu verbinden. Auf diese Weise entwickeln wir unsere unitop-Lösungen weiter und machen innovative Technologien für unsere Kunden nutzbar.
Sie möchten Ihre ERP-Prozesse mit Business Central und unitop weiterentwickeln oder konkrete Einsatzmöglichkeiten für KI und BI prüfen? Gerne besprechen wir gemeinsam, welche Ansätze zu Ihren Abläufen passen und welche Voraussetzungen dafür erforderlich sind.
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